
Beim 177. Künstler*innen Business Frühstück am Dienstag, 3. November 2026 durften wir 14 Teilnehmer*innen aus Wien und Niederösterreich begrüßen, darunter einen neuen Gast, der dank persönlicher Weiterempfehlung zu uns gefunden hat. Besonders sympathisch und souverän führte Netzwerkgründer Michael Weilguny durch den Vormittag.


Mag. Thomas Dürrer, Geschäftsführer der LSG (Leistungsschutzgesellschaft) begeisterte mit beeindruckendem Fachwissen, großer Offenheit und der außergewöhnlichen Fähigkeit, selbst hochkomplexe Zusammenhänge verständlich und praxisnah zu erklären.

Aus dem Vortrag entwickelte sich beinahe unmittelbar eine lebendige Frage-Antwort-Runde, die zahlreiche wertvolle Einblicke in die Arbeit der LSG und ganz konkrete Informationen für Künstler*innen bot.
Rund 22.000 Interpret*innen werden von der LSG betreut, die jährlich viele Millionen Euro ausschüttet. Grundlage dafür ist eine sekundengenaue, aufnahmebezogene Erfassung von Radio- und Fernsehausstrahlungen. Hochkomplexe IT-Systeme ermöglichen dabei eine nahezu vollständige Zuordnung der Sendeereignisse. Neben österreichischen Lizenzgeldern fließen auch Einnahmen aus internationalen Gegenseitigkeitsverträgen in die Abrechnung ein. Besonders bedeutend ist die Zusammenarbeit mit der deutschen GVL, aber auch aus den USA und Kanada kommen über SoundExchange erfreuliche Ausschüttungen.

Ausführlich erläuterte Thomas Dürrer die unterschiedlichen Aufgaben von AKM und LSG: Während die AKM die Rechte von Urheber*innen vertritt, kümmert sich die LSG um die Leistungsschutzrechte der Interpret*innen. Eine Anmeldung bei beiden Gesellschaften ist daher möglich und für viele Musiker*innen sinnvoll. Die LSG zahlt ab einem Betrag von 20 Euro aus, kleinere Beträge bleiben erhalten und werden bei Erreichen der Grenze nachträglich überwiesen. Die jährliche Inlandsabrechnung erfolgt im September, die Auslandsabrechnung im November.
Auch aktuelle Herausforderungen kamen zur Sprache: Streaming und YouTube sind hinsichtlich der Leistungsschutzrechte weiterhin rechtlich schwierig, während neue Meldepflichten ab 2027 steuerliche Auswirkungen auf Tantiemenempfänger*innen haben können.
Viele komplexe Sachverhalte konnten fundiert geklärt, Missverständnisse ausgeräumt und wertvolle praktische Informationen mitgenommen werden. Ein Vormittag, der eindrucksvoll zeigte, wie viel Wissen, technische Infrastruktur und internationale Zusammenarbeit hinter der Wahrnehmung von Leistungsschutzrechten stecken!
Ein herzliches Dankeschön an Mag. Thomas Dürrer für diesen außerordentlich bereichernden, fachlich hochkarätigen und zugleich ausgesprochen zugänglichen Austausch!
Wir freuen uns auf das nächste Künstler*innen Business Frühstück am 24. November, bei dem die UNESCO und die Förderung kultureller Vielfalt im Mittelpunkt stehen werden.
Unser Veranstaltungstipp zum Abschluss: „Meine Kunst ist keine Antwort, sie ist eine Frage.“ Unter diesem Motto präsentiert Bernd Pirker vom 6. bis 19. November seine Ausstellung SYNAPSEN im Palais Pálffy in Wien, kuratiert und betreut von Roland Puschitz.

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